18. Sitzung des Stiftungsrates der Auschwitz-Birkenau Foundation

Am 20. Juni fand die 18. Sitzung des Stiftungsrats der Auschwitz-Birkenau Foundation in der Warschauer Zentrale von Deloitte Polen statt, einem langjährigen Förderer der Stiftung. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die authentischen Überreste des deutschen Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zu bewahren und die Bildungsarbeit der Gedenkstätte zu unterstützen.

Die Teilnehmer wurden von Tomasz Konik, Präsident von Deloitte Polen, begrüßt: „Deloitte ist seit 2014 stolzer Partner der Auschwitz-Birkenau Foundation. Angesichts des weltweiten Versagens, aus diesem tragischen Ereignis zu lernen, sind die Bemühungen der Stiftung zum Erhalt der Gedenkstätte für die Kriegsopfer in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. Gedenken ist extrem wichtig, aber es geht auch um eine bessere Zukunft für uns alle. Die Bemühungen der Stiftung geben einen Hoffnungsschimmer, dass sich die Dinge zum Besseren wenden können. Ich glaube, dass unsere Handlungen und Werte in dieser Hinsicht bemerkenswert ähnlich sind. Auch unser Unternehmen ist bestrebt, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine unterstützen wir nicht nur unsere Mitarbeiter und deren Familien in Kiew, sondern auch die von der Situation betroffenen Flüchtlinge aktiv. Ich danke Ihnen für Ihre inspirierende Arbeit und freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit.“

Zu Beginn der Sitzung trafen die Ratsmitglieder die einstimmige Entscheidung, Roman Rewald, einen Anwalt und Mediator polnisch-amerikanischer Abstammung, als Mitglied des Rates zu ernennen.

In seinem Vortrag hob Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Auschwitz Museum und Präsident der Auschwitz-Birkenau Foundation, die herausragende Unterstützung hervor, die die Stiftung den Restauratorinnen zukommen lässt, die aus der vom Krieg zerrütteten Ukraine fliehen mussten. Er sprach außerdem über das außergewöhnliche Konservierungsprojekt für Kinderschuhe, das von der Stiftung und privaten Spendern, darunter dem Internationalen Marsch der Lebenden, gemeinsam finanziert wird.

„Die Stiftung baut ihre Bildungsarbeit aus und hält gleichzeitig an ihrem Engagement für die Erhaltung fest. Das wichtigste Projekt ist eine Plattform, die Online-Live-Führungen durch die Gedenkstätte ermöglicht. Das Projekt wird auf einer bevorstehenden internationalen Methodenkonferenz im Museum vorgestellt und in Kürze gestartet“, so Dr. Cywiński.

Die Plattform wird gemeinsam von der Stiftung, dem Museum und den beiden israelischen Unternehmen AppsFlyer und Diskin entwickelt. Die Umsetzung des Projekts wird durch die Unterstützung mehrerer privater Spender aus den USA und von Orange ermöglicht, die in der gesamten Gedenkstätte einen stabilen und schnellen drahtlosen Internetzugang bereitstellen.

„Wir haben die Plattform über mehrere Monate mit ausgewählten Schul- und Universitätsgruppen sowie Mitarbeitern von Unternehmen, die die Entwicklung finanziell unterstützt haben, getestet. Die Plattform ist interaktiv und ermöglicht es den Teilnehmenden, den Guides Fragen zu stellen und ihre Gedanken in Echtzeit auszutauschen. Wir wollen den persönlichen Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers nicht ersetzen, sondern Möglichkeiten schaffen, diese Erfahrung zu bereichern, die Vorbereitung zu verbessern oder bereits erworbenes Wissen zu vertiefen. Die nach den digitalen Besuchen durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass diese Form der Wissensvermittlung für viele Menschen ein Ansporn zum Besuch der Gedenkstätte ist. Wir sind uns bewusst, dass der Besuch über die Plattform für viele die einzige Möglichkeit sein wird, mit der authentischen Gedenkstätte in Kontakt zu treten“, betonte Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Stiftung.

Die Mittel für die Bildungsaktivitäten der Stiftung stammen nicht aus den Erträgen des Stiftungsvermögens, da dieses ausschließlich Erhaltungsmaßnahmen finanziert. „Im vergangenen Jahr haben wir 2,3 Millionen PLN für Bildungsaktivitäten gesammelt. Die Plattform wurde hauptsächlich durch private Spenden entwickelt. Monaco und Malta waren die ersten Länder, die Mittel für Online-Touren für Schüler in Europa bereitstellten“, so Soczewica.

Der von der Auschwitz-Birkenau Foundation gegründete und verwaltete Stiftungsfonds wird bereits von fast 40 Ländern unterstützt. Sein Wert beträgt aktuell rund 178 Millionen € der angestrebten 180 Millionen €. Die Erträge des angelegten Kapitals fließen in den Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Anfang dieses Jahres überstieg die Unterstützung der Stiftung für Erhaltungsmaßnahmen an der Gedenkstätte 100 Millionen PLN.

Agnieszka Tanistra-Różanowska, Leiterin des Masterplans zur Erhaltung, sprach in ihrem Vortrag über die Konservierung persönlicher Gegenstände der Auschwitz-Opfer – darunter Kinderschuhe – und die zahlreichen Arbeiten, die auf dem Gelände von Auschwitz II-Birkenau durchgeführt wurden. Sie ging außerdem auf die Konservierung der Ruinen der Gaskammern und Krematorien, der historischen Backstein- und Holzbauten, insbesondere der Häftlingsbaracken, sowie die Reinigung der Entwässerungsgräben ein, um das historische Gelände vor den negativen Auswirkungen von Regenwasser zu schützen.

Während der Sitzung genehmigte der Stiftungsrat den Sachbericht über die Arbeit der Stiftung für das Jahr 2022 sowie die jährlichen Aktions- und Finanzpläne. Die Mitglieder des Stiftungsrats genehmigten außerdem den Jahresabschluss der Stiftung für 2022, der laut dem unabhängigen Prüfbericht von KPMG erneut keine Einwände aufwarf und ein faires und transparentes Bild der Ausgaben und des Cashflows vermittelte. Der Jahresabschluss entspricht allen gesetzlichen Anforderungen.

Mitglieder des Rates
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