Europäisches Parlament veranstaltet gemeinsam mit der Auschwitz-Birkenau Foundation Gedenkveranstaltung zum Jom HaSchoa

Anlässlich des jüdischen Holocaust-Gedenktages Jom HaSchoa richteten Vizepräsidentin Sabine Verheyen, Vizepräsidentin Pina Picierno und der Europaabgeordnete Oliver Schenk gemeinsam mit der Auschwitz-Birkenau Foundation eine Gedenkveranstaltung im Europäischen Parlament aus.

Die Veranstaltung, die in den Tagen rund um den Jom HaSchoa stattfand, hatte zum Ziel, die Opfer des Holocaust zu ehren und die Verantwortung der europäischen Institutionen für die Bewahrung des Andenkens an die Shoah zu unterstreichen. In einer Zeit, in der die Bereitschaft zum Erinnern schwindet und die öffentliche Aufmerksamkeit zunehmend geteilt ist, betonten die Organisatoren, wie wichtig es sei, dieses Andenken wachzuhalten und vor den Gefahren von Entmenschlichung, Antisemitismus und Gleichgültigkeit zu warnen.

„Tausende Menschen nahmen gestern am Marsch der Lebenden von Auschwitz nach Birkenau teil. Auch hier im Europäischen Parlament müssen wir über die Geschichte sprechen, ihre Lehren weitergeben und vor den Gefahren des Antisemitismus warnen, damit diese Bedrohung nie wiederkehrt“, erklärte die Erste Vizepräsidentin Sabine Verheyen. Sie betonte, dass das Europäische Parlament entschieden gegen Judenhass in Europa einstünde und weiterhin entschlossen sei, Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen.

„Wir setzen uns dafür ein, Antisemitismus in Europa mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. Deshalb haben wir fraktionsübergreifend daran gearbeitet, die Auschwitz-Birkenau Foundation ins Europäische Parlament einzuladen. Diese Initiative ermöglicht es den Teilnehmenden wie keine andere, die Gedenkstätte virtuell zu erleben und sich direkt mit den Guides vor Ort auszutauschen. Es ist eine wirklich einzigartige Lernerfahrung und zugleich Möglichkeit des Gedenkens“, sagte die Erste Vizepräsidentin Sabine Verheyen.


„Erinnerung ist niemals abstrakt. Sie wird real, wenn wir die Namen auf den Koffern, die Schuhe der Opfer und die Spuren zerstörter Leben sehen. Auschwitz zeigt uns, was geschieht, wenn Menschen ihrer Würde beraubt und auf eine bloße Zahl reduziert werden. Die Erinnerung an die Shoah ist daher nicht nur eine moralische Pflicht, sondern auch eine politische Verantwortung. Ein demokratisches Europa kann nur stark bleiben, wenn es die historische Wahrheit verteidigt, Antisemitismus bekämpft und jeden Versuch zurückweist, die Verbrechen des Holocaust zu relativieren oder zu vergessen. Sich von der Erinnerung abzuwenden hieße, sich von den Grundfesten unserer Demokratie abzuwenden“, erklärte MdEP Oliver Schenk.

Die Auschwitz-Birkenau Foundation begrüßte die Gelegenheit, im Europäischen Parlament an die Gedenkstätte zu erinnern, und betonte die Bedeutung von Bildung und Erinnerung für die Vorbeugung von Hass und Intoleranz.

„Auschwitz ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch eine Mahnung. Jede Generation muss verstehen, dass Hass, Ausgrenzung und Antisemitismus nicht mit Gewalt beginnen, sondern mit Worten, mit Gleichgültigkeit und mit der Leugnung der Menschenwürde. Wir sind dankbar, diese Botschaft gemeinsam mit unseren Partnern dem Europäischen Parlament überbringen zu können“, sagte Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation.

„Auschwitz symbolisiert den tiefsten Absturz der europäischen Zivilisation, gegen den die gesamte europäische Nachkriegsgemeinschaft aufgebaut und die Europäische Union gegründet wurde. Wer vor den Überresten von Auschwitz steht, sollte sich dessen vollkommen bewusst sein. Demokratie, Menschenwürde und Freiheit dürfen nie als Selbstverständlichkeit angesehen werden. Unsere Aufgabe ist es nicht nur, die Gedenkstätte zu bewahren, sondern auch die Wahrheit zu bewahren und sie an Menschen weiterzugeben, die bereit sind, zuzuhören, um ihre heutige moralische Verantwortung zu gestalten“, sagte Dr. Piotr Cywiński, Direktor des Auschwitz-Birkenau State Museums.

Die Organisatoren bekräftigten ihr Engagement, weiterhin aktiv gegen Antisemitismus vorzugehen, unabhängig von dessen Ursprung.

Die Veranstaltung umfasste eine virtuelle Live-Führung durch das ehemalige deutsche Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Die Teilnehmenden wurden mithilfe der Plattform „Auschwitz. In Front of your Eyes“ in Echtzeit von einem Pädagogen durch die Anlage geführt. Dabei wurden historisches Material, Zeugenaussagen von Überlebenden und Live-Bilder aus Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau einbezogen. Während der gesamten Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und direkt mit dem Tourguide zu interagieren.

Online-Tour
Back to news