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Google unterstützt das Projekt „Auschwitz. In Front of your Eyes“. Dadurch können Menschen weltweit das ehemalige deutsche Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau online mit einem Live-Guide besuchen. Dank einer Spende von einer Million $ von Google.org, der gemeinnützigen Organisation von Google, wird die Gedenkstätte die Aufklärung über Auschwitz und den Holocaust weltweit erweitern und den Zugang für Menschen mit Behinderungen, Menschen in abgelegenen Gebieten und Menschen, die nicht reisen können, verbessern.
Googles Unterstützung wird zur Weiterentwicklung der Technologieplattform und ihrer Zugänglichkeit beitragen. Dies umfasst die Einführung von Live-Untertitelung, KI-gestützter Übersetzung in mehrere Sprachen und die Digitalisierung der in den Führungen verwendeten Zeugenaussagen von Überlebenden. Darüber hinaus erhalten die Guides eine umfassende Schulung, und die Reichweite dieser einzigartigen Besuchsform wird weltweit ausgebaut. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Schulen, um den Zugang für Schüler zu verbessern.
Dies setzt die langjährige Partnerschaft mit Google fort, im Zuge derer das Auschwitz-Birkenau Memorial and Museum gemeinsam mit Google Arts & Culture wichtige Geschichten aus Auschwitz und über 700 Artefakte aus Archiven online zugänglich machte.
Das Projekt „Auschwitz. In Front of your Eyes“ wurde über drei Jahre in Zusammenarbeit zwischen dem Museum, der Auschwitz-Birkenau Foundation und Unternehmen wie AppsFlyer, DISKIN und Orange entwickelt. Besucher können die Plattform seit Januar diesen Jahres nutzen.
Am 13. Mai fand in Warschau eine Podiumsdiskussion mit Rowan Barnett, Direktor von Google.org für Europa, den Nahen Osten und Afrika, Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Auschwitz-Birkenau Museum, und Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation, statt. Der Auschwitz-Überlebende Bogdan Bartnikowski war als Ehrengast anwesend.
„Ich freue mich sehr, dass das Museum dieses besondere Programm ins Leben rufen konnte. Vor drei Jahren habe ich die Anfänge miterlebt und war gespannt auf die weitere Entwicklung. Es ist äußerst wichtig, dass Menschen aus vielen Ländern und Kontinenten dank moderner Technologie sehen können, wie Auschwitz aussah, ohne das Museum besuchen zu müssen“, sagte Bogdan Bartnikowski.
Bogdan Bartnikowski betonte die Wichtigkeit einer authentischen Darstellung des Ortes und erinnerte sich an eine kürzlich stattgefundene Fortbildung für Museumsführer, in der er seine Geschichte erzählte: „Ich muss sagen, dass mich meine häufigen Besuche der Gedenkstätte etwas abgestumpft haben. Man könnte sagen, ich habe mich an diesen Ort gewöhnt. Doch als ich vor einer Gruppe von Guides in der Baracke saß, in der ich inhaftiert war, war das ein überwältigendes Erlebnis für mich. Ich konnte genau zeigen, wo das dreistöckige Etagenbett gestanden hatte, in dem ich geschlafen hatte, und dort, auf der anderen Seite, waren etwa zweihundert junge jüdische Männer mitten in der Baracke eingesperrt, vermutlich ausgewählt für weitere Arbeiten in der deutschen Industrie und im Bergbau. Und hier, an der Barackenwand, sah ich einen Haufen Leichen ermordeter, gefolterter Gefangener, die auf die Einäscherung warteten.
Die Teilnehmer des Treffens hatten außerdem die Möglichkeit, die Plattform „Auschwitz. In Front of your Eyes“ im Rahmen einer Live-Führung, die als Teil der Veranstaltung angeboten wurde, in Aktion zu erleben.
„Angesichts des bevorstehenden 80. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz ist es von größter Wichtigkeit, möglichst vielen Menschen weltweit die Möglichkeit zu geben, diesen Ort und seine Geschichte kennenzulernen. Dies gilt insbesondere aufgrund der schwierigen und unvorhersehbaren Lage in unserer heutigen Welt mit dem Ausbruch aufeinanderfolgender Kriege und zunehmender Entmenschlichung, Terrorismus und Fremdenfeindlichkeit. In diesen Zeiten ist ein gesteigertes Verantwortungsbewusstsein erforderlich, das sich am besten auf der Grundlage von Wahrheit und Erinnerung entwickeln lässt“, sagte Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Auschwitz Museum.
„Die Online-Rundgänge durch die Gedenkstätte Auschwitz entstanden aus dem Bedürfnis heraus, all jenen Zugang zu ermöglichen, die aus verschiedenen Gründen nicht persönlich ins Museum reisen können. Dies stellte eine große Herausforderung dar, auch auf technologischer Ebene. Googles Entscheidung, sich dieser Koalition anzuschließen und seine Expertise in die Entwicklung von Technologien einzubringen, die den Zugang zur Geschichte von Auschwitz und des Holocaust erweitern, ist von immenser Bedeutung“, betonte Wojciech Soczewica.
Die Geschichte und die Erlebnisse von Auschwitz allen Menschen auf der Welt zugänglich zu machen, ist entscheidend für die Bewahrung der Erinnerung an den Holocaust. Technologie kann dabei ein wirkungsvolles Instrument sein, um Bildung und Gedenken zu fördern. „Unsere Förderung in Höhe von einer Million Dollar ermöglicht es der Gedenkstätte und dem Museum Auschwitz-Birkenau, ihre Online-Führungen auf weitere Sprachen auszuweiten, die Zugänglichkeit zu verbessern und die Zeugnisse der Überlebenden zu digitalisieren, damit ihre Geschichten an zukünftige Generationen weitergegeben werden können und niemals in Vergessenheit geraten“, sagte Rowan Barnett, Direktor von Google.org für Europa, den Nahen Osten und Afrika.
„Das Engagement internationaler Organisationen für das Auschwitz-Birkenau Museum ist besonders wertvoll. Gemeinsam zeigen wir, wie man die Erinnerung an die Geschichte wirksam stärken kann, um Gleichgültigkeit oder Versuchen, die Geschichte in der Gegenwart zu verzerren und zu instrumentalisieren, entgegenzuwirken“, fügte Wojciech Soczewica hinzu.
Die Online-Tour durch die Gedenkstätte dauert etwa zwei Stunden und ist in zwei Teile gegliedert: Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau. Die Tour wird live übertragen. Zusätzlich werden Multimedia-Materialien, Archivfotos, Kunstwerke, Dokumente und Zeugenaussagen von Überlebenden verwendet. Die App ermöglicht es den Nutzern außerdem, mit der Tour zu interagieren und Fragen zu stellen.