Historische Dokumente aus einer umstrittenen Auktion in Deutschland an Auschwitz-Birkenau Foundation übergeben

433 historische Dokumente, die im November letzten Jahres in einem Auktionshaus in Neuss versteigert werden sollten, wurden der Auschwitz-Birkenau Foundation anvertraut. Die offizielle Übergabe fand am 30. Januar im Landtag von Nordrhein-Westfalen statt.

Die Dokumente beziehen sich auf verschiedene Verbrechen, die während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung Polens begangen wurden. Sie stammen unter anderem aus Ghettos und mehreren Konzentrationslagern. Die Sammlung umfasst auch Lagerkorrespondenz. Ein bedeutender Teil des Bestands betrifft das Konzentrationslager Auschwitz.

„Sobald die Nachricht von der Auktion bekannt wurde, haben wir angesichts der Art und Bedeutung der Dokumente umgehend Gespräche mit den Behörden des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen, da sich das Auktionshaus auf dessen Gebiet befindet. Ziel war es nicht nur, die Auktion zu stoppen, sondern auch die Sammlung zu sichern und einen Weg zu finden, diese außergewöhnlichen materiellen Zeugnisse an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zu überführen“, sagte Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation.

Die Gespräche über die formelle Übergabe der Dokumente dauerten viele Wochen. „Ich bin dankbar, dass wir eine Lösung gefunden haben, die die Übergabe dieser Dokumente an die Archive der zuständigen Gedenkstätten ermöglicht. Die Bewahrung des Andenkens in Archiven und Museen wahrt die Würde der Opfer und unterstützt die weitere Forschung und Aufklärung über die unmenschlichen Prozesse der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung“, sagte André Kuper, Präsident des Landtags von Nordrhein-Westfalen.

Der Präsident der Auschwitz-Birkenau Foundation und Direktor des Auschwitz Museum, Dr. Piotr M. A. Cywiński, betonte die große Bedeutung der Tatsache, dass die Stiftung die Sammlung treuhänderisch erworben hat. „Wir werden die Dokumente nun den thematisch passenden Institutionen und Gedenkstätten übergeben, wo sie in die Archivbestände aufgenommen, konserviert und wissenschaftlich aufbereitet werden. Dadurch werden sie in der Bildungsarbeit eingesetzt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht“, hob er hervor.

Die Übergabe der Dokumente wurde durch die Zusammenarbeit der Auschwitz-Birkenau Foundation, der Behörden des Landes Nordrhein-Westfalen, langjähriger institutioneller Partner und privater Spender ermöglicht. Die Sammlung wurde der Stiftung drei Tage nach der Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz übergeben.

Ankauf von Dokumenten
Back to news