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Im Jahr 2026 werden fünfzig Schülergruppen aus Baden-Württemberg das Auschwitz Museum online über die Plattform „Auschwitz. In Front of your Eyes“ besuchen. Dies ist das Ergebnis einer Sondervereinbarung zwischen dem Ministerium für Kultur, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und der Auschwitz-Birkenau Foundation.
Baden-Württemberg ist das erste deutsche Bundesland, das eine so umfassende Nutzung der Plattform „Auschwitz. In Front of your Eyes“ genehmigt hat. Diese ermöglicht live geführte Online-Touren durch das ehemalige deutsche Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslager Auschwitz.
„Es ist erschreckend, wie viele junge Menschen fast nichts über den Holocaust, dieses ungeheuerliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wissen. Erinnerung und Verständnis ermöglichen es unseren jungen Generationen, aufkommende Bedrohungen zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Gemeinsam mit der Auschwitz-Birkenau Foundation, der ich für die hervorragende Zusammenarbeit danke, werden wir unseren Schulen dieses wichtige Verständnis durch virtuelle Besuche der Gedenkstätte Auschwitz vermitteln“, sagte Theresa Schopper, Kultusministerin von Baden-Württemberg.
Die Führungen finden live statt. Zusätzlich nutzt der Pädagoge Multimedia-Materialien, Archivfotos, Kunstwerke und Dokumente sowie Zeitzeugenberichte. Die App ermöglicht außerdem die Interaktion mit dem Tourguide und das Stellen von Fragen. All dies trägt zu einem tieferen Verständnis der Geschichte und ihrer Zusammenhänge bei, auch ohne physischen Besuch der Gedenkstätte.
„Diese Vereinbarung steht im Einklang mit der Mission der Auschwitz-Birkenau Foundation. Unser Hauptziel ist es selbstverständlich, die Authentizität der Gedenkstätte durch die Finanzierung von Restaurierungsarbeiten zu bewahren. Darüber hinaus bemühen wir uns um zusätzliche Mittel zur Unterstützung eines breiten Spektrums an Bildungsangeboten. Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland Deutschlands beschlossen, die moderne historische Bildung systematisch zu fördern und so sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler direkten Zugang zu Bildungsangeboten in einem authentischen historischen Umfeld erhalten“, sagte Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation.
Seiner Ansicht nach hat die Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg den Charakter eines Modellprojekts, das zu einem neuen Standard in der europäischen Bildung über Auschwitz und den Holocaust werden könnte.
„Dies ist erst der Anfang. Wir werden andere deutsche Bundesländer und Regierungen anderer Länder dazu anregen, ähnliche Initiativen zu ergreifen. Die gemeinsame Finanzierung des Zugangs zu historischem Wissen, das direkt von der erhaltenen Gedenkstätte vermittelt wird, ist eine besondere Investition in verantwortungsvolle Bildung, die darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit künftiger Generationen gegenüber Falschdarstellungen, Relativierung und Geschichtsmanipulation zu stärken“, betonte er.
Die Vereinbarung umfasst nicht nur die Finanzierung der Online-Besuche selbst, sondern auch die pädagogische Vorbereitung der teilnehmenden Schulen. Die Einrichtungen werden Vor- und Nachbereitungskurse durchführen, und das gesamte Projekt wird einer detaillierten Evaluation unterzogen, deren Ergebnisse zur Weiterentwicklung und Erweiterung des Projekts genutzt werden.
Die Vereinbarung mit Baden-Württemberg ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Auschwitz-Birkenau Foundation und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder. Im Oktober letzten Jahres gab die Präsentation der Plattform „Auschwitz. In Front of your Eyes“ vor ihren Mitgliedern den Anstoß zur Umsetzung dieser systemischen Lösung für deutsche Schulen.