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19. Sitzung des Stiftungsrates der Auschwitz-Birkenau Foundation

Am 20. Juni fand im Warschauer Hauptsitz von KPMG, das die Aktivitäten der Stiftung von Anfang an unterstützt hat, die 19. Sitzung des Stiftungsrats der Auschwitz-Birkenau Foundation statt.

Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden des Rates, Marek Zając, eröffnet, und die Teilnehmer wurden von Andrzej Marczak, Leiter der Steuerberatung für Mittel- und Osteuropa bei KPMG, und Łukasz Ziąbkowski, einem leitenden Wirtschaftsprüfer bei KPMG, begrüßt:

„Wohltätigkeit liegt uns im Blut und ist Teil unserer Werte. Unsere ehrenamtlichen Tätigkeiten haben eine pädagogische Dimension. Wir freuen uns sehr, die Aktivitäten der Stiftung mit unserem Fachwissen unterstützen zu können“, sagte Andrzej Marczak.

„Wir sind bestrebt, unsere Audits in höchster Qualität durchzuführen. Wir freuen uns über die langjährige Zusammenarbeit und hoffen, dass sie fortgesetzt wird“, fügte Łukasz Ziąbkowski hinzu.Dr. Piotr M. A. Cywiński, Präsident der Auschwitz-Birkenau Foundation und Direktor des Auschwitz-Birkenau State Museum, hob in seinem Vortrag hervor: „Im Jahr 2023 stellte die Stiftung dem Museum 27 Millionen PLN für Konservierungsarbeiten zur Verfügung. Dies ist ein Rekord, seit der Stiftungsfonds 2012 mit der Unterstützung der Aktivitäten des Museums zur Erhaltung der Gedenkstätte begann.“

„Wir haben Stabilität erreicht und einen besonderen Schutzschirm über das Museum geschaffen. Die Stiftung trägt die enorme Maschinerie der Finanzierung der Konservierung auf ihren Schultern“, fügte er hinzu.Der Direktor betonte außerdem, wie wichtig die aktuellen Aktivitäten der Stiftung und die Entwicklung des Online-Live-Besuchsprojekts „Auschwitz. In Front of your Eyes“ für die Aufklärung über die Geschichte des deutschen Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslagers Auschwitz sind.

„Wir hatten uns vorgenommen, nach Einrichtung des Stiftungsfonds auch die Bildungsarbeit des Museums zu unterstützen. Während der COVID-Pandemie wurde deutlich, dass wir einen Teil der Vermittlung online anbieten müssen. Wir begannen daher die Zusammenarbeit mit AppsFlyer, um eine neue Art von Führung zu entwickeln. Daraus entstand eine spezielle Plattform für Online-Besuche, die wir im Januar dieses Jahres gestartet haben“, so der Direktor. Er betonte außerdem, dass die Weiterentwicklung dieses Projekts und seine Finanzierung für die Zukunft gesichert seien.

Ein zentrales Element der Präsentation war der bevorstehende 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, für den die Vorbereitungen bereits 2023 begannen.„Wir haben die Ausschreibung für den Bau der gesamten Infrastruktur erfolgreich abgeschlossen. Dies betrifft sowohl das Hauptzelt, in dem die Gedenkveranstaltung stattfinden wird, als auch die Nebenzelte und das Pressezelt. Wir planen außerdem die Einrichtung eines Fernsehstudios, das vor und nach der Veranstaltung mehrere Stunden lang ein Sonderprogramm ausstrahlen wird. Dieses Programm wird kostenlos per Satellit und Internet übertragen. Die vorherigen Jahrestage, der 70. und 75., wurden von 500 bis 700 Millionen Menschen weltweit verfolgt“, sagte Piotr Cywiński.

Direktor Cywiński erwähnte obendrein Pläne zur Schaffung einer neuen, immersiven Ausstellung von Lagerkunst, die im Küchengebäude des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz I aufgebaut werden soll.

Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau-Stiftung, sagte in seiner Rede: „Die meisten der vielfältigen Aktivitäten der Stiftung werden fortgeführt. Wir konnten das Stipendienprogramm für ukrainische Restauratoren aufrechterhalten, das zunächst von der Stiftung, dann von der deutschen Regierung und in diesem Jahr von Taiwan finanziert wurde.“

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir beim Online-Besuchsprojekt von Google und Orange erhielten. Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Bildungsprojekten, die von der Stiftung gefördert werden, darunter auch Online-Besuche, planen wir die Einführung eines speziellen Fortbildungsprogramms für Museumspädagogen. Zudem haben wir eine neue Bildungsstrategie für das Museum entwickelt, die von der norwegischen Regierung finanziert wurde“, sagte Soczewica.Es sollte betont werden, dass die Mittel für die von der Stiftung durchgeführten Bildungsaktivitäten nicht aus den Gewinnen des Stiftungsfonds stammen, der ausschließlich Konservierungsmaßnahmen unterstützt.

Der von der Auschwitz-Birkenau Foundation gegründete und verwaltete Stiftungsfonds wird von fast 40 Ländern unterstützt. Sein aktuelles Vermögen beträgt über 180 Millionen €. Die Erträge des Fonds fließen in den Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz. Bereits Anfang dieses Jahres überstieg die Unterstützung der Stiftung für die Erhaltungsarbeiten an der Gedenkstätte 100 Millionen PLN.Jolanta Banaś-Maciaszczyk, Leiterin der Konservierungsabteilung des Museums, präsentierte in ihrem Vortrag aktuelle Informationen über die Konservierung persönlicher Gegenstände von Auschwitz-Opfern – darunter Kinderschuhe – sowie über zahlreiche Arbeiten, die auf dem Gelände des ehemaligen Lagers Auschwitz II-Birkenau durchgeführt wurden: die Sicherung der Ruinen von Gaskammern und Krematorien, historischen Backstein- und Holzgebäuden – vor allem Häftlingsbaracken –, der Konservierung von Archiven und Gegenständen der Opfer, der Konservierung von Metall aus den sogenannten Kanada-Lagern, der Konservierung von Farbschichten und der Konservierung von Grünanlagen.

Im Rahmen der Sitzung wurden der Sachbericht über die Arbeit der Stiftung für das Jahr 2023 sowie die jährlichen Aktions- und Finanzpläne genehmigt. Die Mitglieder des Stiftungsrats stimmten außerdem dem Jahresabschluss für 2023 zu, der laut einer unabhängigen Prüfung durch KPMG erneut keine Einwände aufwarf und ein faires und transparentes Bild der Ausgaben und des Cashflows vermittelte. Der Jahresabschluss entspricht allen gesetzlichen Anforderungen.

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Google unterstützt die Online-Touren durch die Gedenkstätte Auschwitz

Google unterstützt das Projekt „Auschwitz. In Front of your Eyes“. Dadurch können Menschen weltweit das ehemalige deutsche Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau online mit einem Live-Guide besuchen. Dank einer Spende von einer Million $ von Google.org, der gemeinnützigen Organisation von Google, wird die Gedenkstätte die Aufklärung über Auschwitz und den Holocaust weltweit erweitern und den Zugang für Menschen mit Behinderungen, Menschen in abgelegenen Gebieten und Menschen, die nicht reisen können, verbessern.

Googles Unterstützung wird zur Weiterentwicklung der Technologieplattform und ihrer Zugänglichkeit beitragen. Dies umfasst die Einführung von Live-Untertitelung, KI-gestützter Übersetzung in mehrere Sprachen und die Digitalisierung der in den Führungen verwendeten Zeugenaussagen von Überlebenden. Darüber hinaus erhalten die Guides eine umfassende Schulung, und die Reichweite dieser einzigartigen Besuchsform wird weltweit ausgebaut. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Schulen, um den Zugang für Schüler zu verbessern.

Dies setzt die langjährige Partnerschaft mit Google fort, im Zuge derer das Auschwitz-Birkenau Memorial and Museum gemeinsam mit Google Arts & Culture wichtige Geschichten aus Auschwitz und über 700 Artefakte aus Archiven online zugänglich machte.

Das Projekt „Auschwitz. In Front of your Eyes“ wurde über drei Jahre in Zusammenarbeit zwischen dem Museum, der Auschwitz-Birkenau Foundation und Unternehmen wie AppsFlyer, DISKIN und Orange entwickelt. Besucher können die Plattform seit Januar diesen Jahres nutzen.

Am 13. Mai fand in Warschau eine Podiumsdiskussion mit Rowan Barnett, Direktor von Google.org für Europa, den Nahen Osten und Afrika, Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Auschwitz-Birkenau Museum, und Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation, statt. Der Auschwitz-Überlebende Bogdan Bartnikowski war als Ehrengast anwesend.

„Ich freue mich sehr, dass das Museum dieses besondere Programm ins Leben rufen konnte. Vor drei Jahren habe ich die Anfänge miterlebt und war gespannt auf die weitere Entwicklung. Es ist äußerst wichtig, dass Menschen aus vielen Ländern und Kontinenten dank moderner Technologie sehen können, wie Auschwitz aussah, ohne das Museum besuchen zu müssen“, sagte Bogdan Bartnikowski.

Bogdan Bartnikowski betonte die Wichtigkeit einer authentischen Darstellung des Ortes und erinnerte sich an eine kürzlich stattgefundene Fortbildung für Museumsführer, in der er seine Geschichte erzählte: „Ich muss sagen, dass mich meine häufigen Besuche der Gedenkstätte etwas abgestumpft haben. Man könnte sagen, ich habe mich an diesen Ort gewöhnt. Doch als ich vor einer Gruppe von Guides in der Baracke saß, in der ich inhaftiert war, war das ein überwältigendes Erlebnis für mich. Ich konnte genau zeigen, wo das dreistöckige Etagenbett gestanden hatte, in dem ich geschlafen hatte, und dort, auf der anderen Seite, waren etwa zweihundert junge jüdische Männer mitten in der Baracke eingesperrt, vermutlich ausgewählt für weitere Arbeiten in der deutschen Industrie und im Bergbau. Und hier, an der Barackenwand, sah ich einen Haufen Leichen ermordeter, gefolterter Gefangener, die auf die Einäscherung warteten.

Die Teilnehmer des Treffens hatten außerdem die Möglichkeit, die Plattform „Auschwitz. In Front of your Eyes“ im Rahmen einer Live-Führung, die als Teil der Veranstaltung angeboten wurde, in Aktion zu erleben.

„Angesichts des bevorstehenden 80. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz ist es von größter Wichtigkeit, möglichst vielen Menschen weltweit die Möglichkeit zu geben, diesen Ort und seine Geschichte kennenzulernen. Dies gilt insbesondere aufgrund der schwierigen und unvorhersehbaren Lage in unserer heutigen Welt mit dem Ausbruch aufeinanderfolgender Kriege und zunehmender Entmenschlichung, Terrorismus und Fremdenfeindlichkeit. In diesen Zeiten ist ein gesteigertes Verantwortungsbewusstsein erforderlich, das sich am besten auf der Grundlage von Wahrheit und Erinnerung entwickeln lässt“, sagte Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Auschwitz Museum.

„Die Online-Rundgänge durch die Gedenkstätte Auschwitz entstanden aus dem Bedürfnis heraus, all jenen Zugang zu ermöglichen, die aus verschiedenen Gründen nicht persönlich ins Museum reisen können. Dies stellte eine große Herausforderung dar, auch auf technologischer Ebene. Googles Entscheidung, sich dieser Koalition anzuschließen und seine Expertise in die Entwicklung von Technologien einzubringen, die den Zugang zur Geschichte von Auschwitz und des Holocaust erweitern, ist von immenser Bedeutung“, betonte Wojciech Soczewica.

Die Geschichte und die Erlebnisse von Auschwitz allen Menschen auf der Welt zugänglich zu machen, ist entscheidend für die Bewahrung der Erinnerung an den Holocaust. Technologie kann dabei ein wirkungsvolles Instrument sein, um Bildung und Gedenken zu fördern. „Unsere Förderung in Höhe von einer Million Dollar ermöglicht es der Gedenkstätte und dem Museum Auschwitz-Birkenau, ihre Online-Führungen auf weitere Sprachen auszuweiten, die Zugänglichkeit zu verbessern und die Zeugnisse der Überlebenden zu digitalisieren, damit ihre Geschichten an zukünftige Generationen weitergegeben werden können und niemals in Vergessenheit geraten“, sagte Rowan Barnett, Direktor von Google.org für Europa, den Nahen Osten und Afrika.

„Das Engagement internationaler Organisationen für das Auschwitz-Birkenau Museum ist besonders wertvoll. Gemeinsam zeigen wir, wie man die Erinnerung an die Geschichte wirksam stärken kann, um Gleichgültigkeit oder Versuchen, die Geschichte in der Gegenwart zu verzerren und zu instrumentalisieren, entgegenzuwirken“, fügte Wojciech Soczewica hinzu.

Die Online-Tour durch die Gedenkstätte dauert etwa zwei Stunden und ist in zwei Teile gegliedert: Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau. Die Tour wird live übertragen. Zusätzlich werden Multimedia-Materialien, Archivfotos, Kunstwerke, Dokumente und Zeugenaussagen von Überlebenden verwendet. Die App ermöglicht es den Nutzern außerdem, mit der Tour zu interagieren und Fragen zu stellen.

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Norwegen unterstützt Bildungsarbeit in der Gedenkstätte

Der norwegische Botschafter in Polen, Anders Eide, besuchte am 11. November die Gedenkstätte und das Auschwitz-Birkenau Museum. Im Rahmen des Besuchs wurde ein Kooperationsabkommen zwischen der norwegischen Seite, der Auschwitz-Birkenau Foundation und dem Auschwitz Museum unterzeichnet.

Die Vereinbarung betrifft die Zusammenarbeit zur Stärkung der Mission der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau durch die Förderung der Bildung zukünftiger Generationen und die Bewahrung des Andenkens an die Opfer und Überlebenden des deutschen Nazi-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Die Zusammenarbeit wird im Rahmen des Programms „Bildungsstrategie für das Auschwitz-Birkenau State Museum unter Einsatz innovativer Technologien“ umgesetzt. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und Norwegens finanziert.

Während seines Besuchs der Gedenkstätte besichtigten Botschafter Eide und seine Familie das ehemalige Lagergelände. Der Botschafter legte einen Kranz an der Todesmauer im Hof ​​von Block 11 nieder, dem Ort der ersten Erschießung vor 80 Jahren, am 11. November 1941, zum Gedenken an alle Opfer des deutschen Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslagers. Anschließend besuchte er die Zentrale des Internationalen Zentrums für Bildung über Auschwitz und den Holocaust und nahm an einer Besprechung über die Herausforderungen der Bildungsarbeit an der Gedenkstätte teil. Dabei trug er sich auch in das Gästebuch des Museums ein.

„Ich bin zutiefst dankbar für die Gelegenheit, heute mit meiner Familie und den Mitarbeitern meiner Botschaft Auschwitz-Birkenau zu besuchen. Ebenso bin ich zutiefst dankbar und fühle mich geehrt, dass Norwegen dank der EWR- und norwegischen Fördermittel die unverzichtbare Arbeit der Auschwitz-Birkenau Foundation bei der Bewahrung des Andenkens an die Opfer sowie des Auschwitz-Birkenau Museum unterstützen kann“, schrieb Botschafter Eide.

„Bildung an der Gedenkstätte war, ist und bleibt von größter Bedeutung.“ Der Besuch einer authentischen Gedenkstätte ist für jeden Besucher, unabhängig von seiner Herkunft, ein einzigartiges Erlebnis. „Angesichts der verschiedenen Einschränkungen arbeiten wir jedoch intensiv an der Entwicklung verschiedener Formen des Fernlernens, um die authentische Gedenkstätte so realitätsnah wie möglich zu vermitteln“, sagte ICEAH-Direktor Andrzej Kacorzyk.

„Die Stiftung und die Gedenkstätte passen sich den neuen Gegebenheiten der COVID-19-Pandemie an. Die Art der Besuche wird sich verändern. Wir beobachten ein wachsendes Interesse daran, die Gedenkstätte mithilfe des Internets und neuer Technologien zu erkunden“, sagte Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Stiftung.

„Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Norwegen eines der ersten Länder war, das sich für die Unterstützung von Museumspädagogen und -führern und die Bereitstellung entsprechender Mittel entschieden hat. Ich hoffe, dass andere Länder dem Beispiel Norwegens folgen werden. Die Aufgabe der Stiftung wird jedoch darin bestehen, Gelder für die vom Museumsteam durchgeführten Bildungsprojekte einzuwerben“, betonte Soczewica.

Das Programm „Bildungsstrategie für das Auschwitz-Birkenau State Museum unter Einsatz innovativer Technologien“ wird in Zusammenarbeit mit dem Norwegischen Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien und der SWPS Universität in Warschau durchgeführt.

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Rekordunterstützung von der Auschwitz-Birkenau Foundation für die Erhaltung der Authentizität der Gedenkstätte

Im Jahr 2023 spendete die Auschwitz-Birkenau Foundation (ABF) dem Museum eine Rekordsumme von 27,5 Millionen PLN für Konservierungsarbeiten. Die Gesamtunterstützung der ABF belief sich bis dato auf fast 126 Millionen PLN, und der Wert des Stiftungsfonds der Stiftung überstieg im Jahr 2023 177 Millionen Euro.

„Die Auschwitz-Birkenau Foundation stellt fast die gesamte Finanzierung für die Erhaltungsmaßnahmen in der Gedenkstätte bereit. Die Einrichtung eines stabilen, langfristigen Finanzierungsmechanismus hat die Bildung eines kompetenten Expertenteams, die Durchführung von Maßnahmen in beispiellosem Umfang und die Einleitung des Masterplans für die Erhaltung ermöglicht“, sagte der Präsident der Stiftung und Direktor des Auschwitz State Museum, Dr. Piotr M. A. Cywiński.

Zu den bedeutendsten Arbeiten, die 2023 abgeschlossen wurden, gehörten die Konservierung von zwei Backsteinbaracken, einer Küche und einer Latrine auf dem Gelände von Birkenau; Arbeiten an den Ruinen der Gaskammer und des Krematoriums III, die sich auf die unterirdischen Teile der Anlage und die im ehemaligen Ofenraum erhaltenen Teile der Stahlbetonkonstruktion konzentrierten; die Konservierung von 50 Koffern, 1.200 Schuhen, 800 Emaillewaren, 30 Textilobjekten und 2.000 archäologischen Artefakten sowie die Konservierung ausgewählter Farbschichten in den Blöcken 11, 15 und 18 in Auschwitz I.

Für das Backsteingebäude des ehemaligen Badehauses im Frauenlager Birkenau wurden Konservierungsmaßnahmen eingeleitet. Im Rahmen des Building Information Modelling (BIM) wurden Modelle für 45 Backsteinbaracken im BI-Bereich des ehemaligen Lagers Birkenau entwickelt. Ein Geographisches Informationssystem (GIS) wurde entwickelt, um die Erstellung, den Austausch und die Verwaltung von Karten, Anwendungen und Geodaten zu vereinfachen.

2023 initiierte die Stiftung eine zusätzliche Finanzierung für ein Projekt zur Erhaltung von 8.000 Schuhen der jüngsten Opfer von Auschwitz. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Marsch der Lebenden, der Next Generation Foundation und verschiedenen privaten Spendern.

Die Stiftung unterzeichnete außerdem ein Abkommen mit Taiwan, durch das sie 2024 ein spezielles Stipendienprogramm für Restauratorinnen aus der Ukraine fortführen wird. Diese Frauen mussten aufgrund der russischen Aggression gegen das Land ihre Heimat verlassen und haben seitdem eine Anstellung im Museum gefunden.

„Nachdem die Konservierungsarbeiten das gewünschte Tempo erreicht haben, hat die Stiftung zusätzliche Spendenaktionen zur Unterstützung von Bildungsprojekten gestartet. Die Mittel hierfür stammen nicht aus den Erträgen des Stiftungsfonds“, erklärte der Generaldirektor der Stiftung, Wojciech Soczewica.

Eines der ersten von der ABF finanzierten Bildungsprogramme ist die Entwicklung der Plattform „Auschwitz. In Front of Your Eyes“, die geführte Online-Live-Touren durch die Gedenkstätte anbietet.

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Taipehs Unterstützung fürs Stipendienprogramm für ukrainische Konservatorinnen

Taiwan wird 50.000 $ für ein spezielles Stipendienprogramm für ukrainische Restauratorinnen bereitstellen, das von der Auschwitz-Birkenau Foundation und dem Auschwitz Museum durchgeführt wird. Diese Restauratorinnen waren gezwungen, aus ihrem Land zu fliehen.

Dieses Projekt wurde im März 2022 ins Leben gerufen, als Hunderttausende ukrainische Staatsbürger aufgrund der russischen Aggression nach Polen flohen.

Die diesbezügliche Absichtserklärung wurde am 14. Dezember 2023 in Warschau von Sharon S. N. Wu, Leiterin des Repräsentanzbüros in Taipeh, Dr. Piotr M. A. Cywiński, dem Präsidenten der Auschwitz-Birkenau Foundation, und Wojciech Soczewica, dem Generaldirektor der Stiftung, unterzeichnet.

„Obwohl Taiwan, Polen und die Ukraine geografisch weit voneinander entfernt liegen, verbindet sie eine tiefe Verbundenheit durch unser Engagement für Bildung, Demokratie und das Streben nach einer besseren Zukunft“, betonte Sharon S. N. Wu.

Ukrainische Restauratorinnen arbeiten im Museum und bewahren die Überreste des deutschen Nazi-Konzentrations- und -Vernichtungslagers Auschwitz. Das Programm bietet außerdem berufliche Weiterbildung und Integration in den Arbeitsmarkt.

Zuvor hat auch Deutschland schon das Stipendienprojekt unterstützt.

Die Authentizität der Gedenkstätte Auschwitz zu bewahren, ist die Hauptaufgabe der Auschwitz-Birkenau Foundation.